Digitalismus >< Realität >< Kunst - Vernissage: S.MYSELLE & MONTGOMERY PIFON
- s myselle

- Feb 19
- 2 min read
Updated: Feb 26

Digitalismus >< Realität >< Kunst - Vernissage: S.MYSELLE & MONTGOMERY PIFON
Vernissage
Samstag 28.03.2026
18:00 - 22:00 Uhr
St. Ulrichs Platz 2, 1070 Wien
https://maps.app.goo.gl/t13P26dbygs9QdRq8
https://studio.ulrichwien.at/
Montgomerypifon.com
https://www.instagram.com/montgomery_pifon/
https://linktr.ee/s.myselle
Bei der Vernissage gibt Stephanie Meisl einen Einblick in ihre künstlerisch-wissenschaftliche Recherche „How Real is the Digital Reality?“ – eine Untersuchung darüber, wie sich Wirklichkeit heute nicht mehr nur „draußen“ ereignet, sondern in digitalen Räumen durch Kommunikation entsteht und geformt wird. Ausgangspunkt ist Paul Watzlawicks konstruktivistische Idee, dass Wirklichkeit kein fixer, objektiver Zustand ist, sondern das Resultat von Wahrnehmung, Deutung und Austausch. In der Gegenwart verlagert sich dieser Prozess in algorithmisch manipulierte Social Media Feeds, Kommentarspalten von Nachrichtenportalen, Echo-Kammern, Memes und KI-generierte Inhalte – als neue Produktionsstätten von Plausibilität, Zugehörigkeit und Weltbildern.
Die gezeigten Arbeiten basieren auf 1:1-Interviews: Stephanie Meisl führte mit einzelnen Personen 1 bis 1,5 Stunden lange Gespräche über ihre Wahrnehmung der digitalen Welt, über Zweifel, Routinen, Überforderung, Strategien und das tägliche Navigieren im Informationsstrom. Aus diesen Interviews wurden Fragmente herausgelöst und in den Bildprozess zurückgeführt. Die Bilder sind damit keine Illustrationen über das Digitale, sondern Erinnerungen konkreter Perspektiven, die im Raum anwesend bleiben, ohne als Porträts im klassischen Sinn aufzutreten.
Ergänzend erhalten die Werke einen digitalen Zwilling: Zu jedem Bild wird in der Tezos-Blockchain die Provenance festgehalten – also die nachvollziehbare Herkunft und Historie des Werks. Diese on-chain dokumentierte Spur dient dazu, Echtheit und Authentizität abzusichern und die Arbeiten auch im digitalen Raum eindeutig zuordenbar zu machen.
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„Der Pinselstrich“ ist eine Werkserie von Montgomery Pifon, in welcher mir die Frage nach der Substanz analoger und digitaler Bilder gestellt wird. Die Emanzipation des Pinselstrichs war eine essenzielle Entwicklung der bildenden Kunst im 20. Jahrhundert. Aber was entspricht dem Pinselstrich in einem digitalen Bild?
Diese Frage wird behandelt, indem expressiv gemalte Grafiken als Auslöser digitaler Vorgänge in meinem Device genutzt werden. Gemeinsam werden Themen wie uA. Codierung, Emotion und Subtilität zur Debatte gestellt. Durch diese Werke, welche die Grenzen des Begriffs „mixed Media“ neu ziehen, werden mir persönliche Bewertungen von Kreation, Zweck und Materialität von bildender Kunst abverlangt.
Die im Device abschließend gezeigten Abbilder der Grafiken unterscheiden sich durch einen markanten Pinselstrich von ihren analogen Vorbildern. Dadurch scheint „Der Pinselstrich.“ offensichtlich als Antwort auf die Frage „Fehlt dir was?“, die in allen Werken auftritt. Sie erlaubt schlussendlich aber auch jede weitere Antwort (auch „Nein“) solange sie einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Frage entspringt.
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Eine zentrale Brücke zwischen Analogem und Digitalem entsteht über Augmented Reality via Artivive: Über das Scannen der analogen Bilder mit der Artivive App öffnen sich auf meinem Device zusätzliche, digitale Ebenen mit zB. Bewegtbildern, Kontexten oder digitalen Fragmenten. Der Ausstellungsraum wird so selbst zum Übergang zwischen analoger Wahrnehmung und digitaler Konstruktion.
Die Vernissage versteht sich als Einladung, diese verschobene Wirklichkeit gemeinsam zu betrachten: als Moment der Aufmerksamkeit, der Reibung und der Rückgewinnung von Wahrnehmung. Dort, wo wir Bilder nicht nur zeigen, sondern den Zugang zu den Mechanismen eröffnen, die unsere Wirklichkeiten heute formen.



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